Immer schön kuschelig !

Die Idee

Bei der Stromerzeugung wird Wasser durch Verbrennen von fossilen Energieträgern im Kessel zu Dampf mit hoher Temperatur und hohem Druck aufgeheizt. Nachdem der Dampf Turbinen angetrieben hat, muss er wieder abgekühlt werden, um in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden zu können. Die Abkühlung erfolgt über große Kühltürme oder Flüsse – die Wärme bleibt ungenutzt.

Wird dagegen vor der Abkühlung die Wärme benutzt, um Haushalte und Betriebe mit Heizwärme zu versorgen, so spricht man von Kraft-Wärme-Kopplung.

Die Vorteile: der Wirkungsgrad des Kraftwerks steigt enorm an, weil viel mehr Nutzenergie aus den eingesetzten fossilen Brennstoffen gewonnen wird und der CO2-Ausstoß pro produzierter Kilowattstunde Energie ist deutlich reduziert.

Erste Umsetzung der Idee

Die Idee, Wärme im größeren Umfang zu nutzen, entstand bereits Ende des 19. Jahrhunderts. 1922 wurde sie vom Bremer Hochbauamt aufgegriffen und kam schließlich 1927 auf die Tagesordnung der Baudeputation des Bremer Senats. Mit dem Argument, es sei der Fortfall der Rauch- und Rußplage und die Erhöhung der Reinlichkeit in den Gebäuden und auf den Straßen zu erwarten, wurde beschlossen, ein Heizwerk auf dem Gelände der Städtischen Krankenanstalt (Sankt-Jürgen-Krankenhaus) zu errichten. 1929 war es dann soweit. 50 Gebäude des Sankt-Jürgen-Krankenhauses, einige Wohnblocks, ein Postamt und eine Schule wurden erstmals mit Fernwärme versorgt.

Stadtteilweite Nutzung in der Vahr

Planungen, das Fernwärmenetz weiter auszubauen, scheiterten in den dreißiger Jahren am Geld und dem Mangel an Rohstoffen. Mit Beginn des Krieges 1939 mussten sie vollends zu den Akten gelegt werden. 1957 entschied die Neue Heimat, am Rande der Stadt eine Großbausiedlung für 30.000 bis 40.000 Menschen zu bauen (die Neue Vahr). Dies war der Startschuss für den weiteren Ausbau des Fernwärmenetzes in Bremen. Für die Vahr entwickeltenn die Stadtwerke ein für die damalige Bundesrepublik modellhaftes Konzept zur Energieversorgung der Wohnanlagen. Ein Gasturbinen-Heizkraftwerk wurde errichtet, das den gesamten Stadtteil bei Vollelektrifizierung zentral und vor allem wirtschaftlich ab 1959 mit Fernwärme versorgte.

Einsatz für die Industrie

Mit dem Bau des Mercedes-Werkes in Sebaldsbrück 1978 wird der Block 14 im Kraftwerk Hastedt für eine Wärmeauskopplung umgerüstet und die bestehenden Fernwärmeinseln Bismarckstraße, Hastedt und Neue Vahr zu einem großen Verbundsystem zusammengeschlossen. Heute wird in Bremen und Bremerhaven Wärme im großen Stil an vier Standorten erzeugt und in drei große Verbundnetze eingespeist. Hinzu kommen kundennahe Inselnetze die durch kleinere Heizwerke oder Blockheizkraftwerke versorgt werden. Wenn Sie mehr über die Versorgung mit Fernwärme erfahren wollen, besuchen Sie unsere Ausstellung.